Migration-Deckblatt

INHALTLICHES
Wir wollen uns den Themen „Migration“, „Festung Europa“ und „Rassismus“ kritisch annähren, aber von einer bisher weniger bekannten Seite. Wir wollen uns nicht vordergründig mit der Betroffenen-Perspektive auseinandersetzen, sondern mit der „Verantwortlichen-Perspektive“, die zu Teilen auch unsere eigene ist. Es soll beleuchtet werden, warum Menschen gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen, sei es aufgrund des Klimawandels, der von den Industrie-Staaten verursacht wird, oder aufgrund von Kriegen, welche mit Waffen ausgefochten werden, die in Europa produziert wurden. Es soll eine Auseinandersetzung mit den EU-Außengrenzen und ihrer Verteidigung stattfinden und mit der Frage, warum eigentlich Flüchtlinge so erbittert „abgewehrt“ werden. Zuletzt beschäftigen wir uns mit der hiesigen Gesellschaft, offenen und versteckten Rassismus, in Gesetzen und in Vorurteilen und vor allem mit seinen Funktionen.
Das Wochenende soll hauptsächlich mit Diskussionen gefüllt werden, in denen es keine „Lehr-Person“ gibt. Anstelle dessen kurze, thematische Inputs, an denen ihr euch beteiligen könnt. Es soll kein professionelles Seminarprogramm entstehen, anstelle dessen wollen wir miteinander und voneinander lernen. Darüber hinaus wird es einige kurze Dokus geben, gemeinsames Essen, Übernachten, Spiele… und die Frage, was mensch denn nun „dagegen“ machen kann, kommt sicher auch nicht zu kurz!

WARUM NUR FRAUEN?
Männer und Frauen werden in unserer Gesellschaft vom Tag ihrer Geburt an unterschiedlich sozialisiert. Unterschiede in Selbstbewusstsein, Dominanz- und Redeverhalten sind, unter anderem, die Folge.
In einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe würden, statistisch gesehen, Männer 80% der Gesprächszeit in Anspruch nehmen, sie würden Frauen fünfmal so häufig unterbrechen als umgekehrt und dreimal so häufig Machtinstrumente einsetzen, indem sie beispielsweise lächerlich machen, was andere gesagt haben. Obwohl wir anerkennen, dass dies nicht das Produkt böser Absicht, sondern einer geschlechterspezifischen Erziehung ist, wollen wir nur unter Frauen diskutieren. Denn es ist ohne Unterbrechungen und Zwischenrufe für weiblich sozialisierte Menschen viel einfacher, zu Wort zu kommen, die eigene Meinung kundzutun und zu lernen, diese zu vertreten. Ein Raum nur für Frauen ist nicht unser Ziel, sondern ein Mittel, damit irgendwann keine Frauenräume mehr gebraucht werden.
Wir sehen sie als Notwendigkeit, damit Frauen ihre politische Identität entdecken und ausleben können, sodass sie in der nächsten gemischtgeschlechtlichen Diskussion mit männlich sozialisierten Menschen diesen gestärkt gegenübertreten können.

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1 Antwort auf „“


  1. 1 Susanne 26. September 2011 um 12:38 Uhr

    das war ja ein super seminar! weiter so!
    feministische grüße

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