Kolonialismus – alles Schnee von gestern?

Ganz sicher nicht! Im Gegenteil: aktuelle Entwicklungen und Mechanismen der heutigen Wirtschaft und Politik weisen erschreckende Parallelen zu dem auf, was zu Recht als dunkles Kapitel in der europäischen Geschichte bezeichnet wird. Wir wollen uns mit diesem brisanten Thema beschäftigen und versuchen, Vergangenheit und Gegenwart in einen spannenden Zusammenhang zu bringen. Dabei wird es keinesfalls langweilig werden, denn wir wollen nicht nur über den üblichen Tellerrand hinausschauen, sondern auch Überlegungen dazu anstellen, welchen Teil wir selbst dazu beitragen können, etwas in dieser Welt zu verändern.
Doch was ist eigentlich Kolonialismus? Nach dem Afrikahistoriker Philip Curtin bezeichnet dieser Begriff die „Beherrschung durch ein Volk aus einer anderen Kultur ”. Dieser Prozess, welcher Ende des 15. Jahrhunderts von Europa ausgehend begann, betraf vor allem Südamerika, Afrika und Südostasien. Dies ging in großen Teilen mit der Unterdrückung und wirtschaftlichen Ausbeutung der ortsansässigen Bevölkerung einher. Heute werden diese Ereignisse offiziell als illegitim und unmenschlich bezeichnet, doch gleichzeitig etabliert sich ganz offen ein Mechanismus, der aufgrund seiner Ähnlichkeit zu den Definitionseigenschaften des Kolonialismus auch als “Neokolonialismus” bezeichnet wird. Hier erfolgt die Unterdrückung vor allem durch wirtschaftspolitische Instrumente, die erschreckende Auswirkungen auf die Entwicklung und Kultur der betroffenen Länder haben und den “alten” Zuständen an Menschenrechtsverletzungen in nichts nachstehen.

Um dieses Problem, dass uns als (noch) ahnungslose Teilchen in diesem System ebenfalls betrifft, finden wir uns vom 16.-18.3.2012 in gemütlicher Runde zusammen, um zu kochen, zu diskutieren, Wissen auszutauschen und konstruktiv Überlegungen anzustellen. Wir wollen unsere Verantwortung in dieser Sache wahrnehmen, aber trotz des ernsten Themas den Spaß nicht vergessen und vielleicht auch neue Kontakte knüpfen. Daher laden wir euch ganz herzlich ein, einmal locker bei uns vorbei zu schauen und ohne Verpflichtungen oder Leistungsdruck einfach mitzumachen. Wir freuen uns auf euch!